Das folgende Gedicht ist heute im DGZ (Dichten gegen die Zeit) meines Schreibforums entstanden.


Der Regenwurm

Es war einmal ein Regenwurm,
Der lebte hoch oben in einem Turm.
Er wohnte dort gemeinsam mit vielen andren Tieren,
Doch musste er sich wegen seines Körpers oft genieren.

Die Maus, die hat vier Pfoten,
Er kann sich nur verknoten.
Die Amsel und der Falke, die können so hoch fliegen,
Und was kann unser kleiner Wurm? Der kann sich nur verbiegen.

Wäre er wenigstens ein Bandwurm,
Dann könnte er als Parasit die Wirbeltiere ärgern,
Oder vielleicht ein Wattwurm,
Dann könnte er sich im Ozean im seichten Wasser einbürgern.

Doch nein, nicht er! Er war ja bloß,
Ein reger Wurm, ganz wirbellos.
Und taub und stumm und blind,
Er wäre viel lieber lind.

Ja, ein Lindwurm müsst man sein,
Das wäre wirklich äußerst fein.
Dann könnte er gemeinerweise, ohne sich zu stressen,
Die Tiere, die ihn ärgerten, mit einem Happse fressen.

Dann wäre er im Turme, auf sich allein gestellt,
Hätt keine Unterhaltung, ob ihm das wohl gefällt?
Alleine der Gedanke dran, der macht ihm Angst und Bange,
Darum behält er diesen Wunsch auch nicht besonders lange.

Und vergessen wir nicht,
Unser kleiner Wicht.
Kann etwas, das kein andrer kann, und das soll doch was heißen!
Denn unser Regenwurm der kann den besten Dünger scheißen!

8040cookie-checkDer Regenwurm